01 Sep 2009
Hat die Schweiz das Zeug zur Auto-Nation?
Artikel auf 20min online von Werner Grundlehner
Punkto Leistung und Design lassen neue Elektroautos die Konkurrenz mit Verbrennungsmotor hinter sich. Mit Mindset, Rinspeed und Lampo machen Schweizer Firmen international Schlagzeilen. Werden wir ein Volk von Autobauern?
Der seit Jahren angekündigte Siegeszug des Elektro-Autos lässt auf sich warten. Denn in den Köpfen der Autokäufer haben sich viele Klischees festgesetzt: E-Autos sähen aus wie Kleiderschränke auf Rädern, Reichweite und Leistung seien unbefriedigend, und das Aufladen der Batterien dauere eine Ewigkeit. Die Marktforschung zeigt, dass der Entscheidungsprozess beim Autokauf zu zwei Dritteln von emotionalen Aspekten beeinflusst wird.
Das beste Argument für Elektroautos bleibt die Effizienz: Während der Benzinmotor 16 Prozent der ursprünglichen Energie in Antriebskraft umwandelt, sind es beim Elektromotor 42 Prozent. In Sachen Design Image haben die Elektroautohersteller viel Boden gutgemacht.
Keine «elektrischen Krankenstühle»
«Es gibt kein emotionaleres Produkt als das Automobil», sagt Daniel Buchter von Mindset. Der Firma mit Sitz in St. Niklausen LU sei es gelungen, die Emotion Umwelt mit der Emotion Automobil zu verbinden. Zu diesem Zweck wurde der ehemalige Chefdesigner von Peugot, VW und Mercedes engagiert. «Unser alltagstaugliches Coupé erinnert nicht mehr an einen elektrischen Krankenstuhl», so Buchter. Der Markt für schöne Elektrofahrzeuge sei «überreif».
Mindset will bis Ende 2010 die erste Kleinserie mit 1500 Autos produzieren. «Wir werden von Anfragen überflutet und nehmen Vorreservierungen entgegen», sagt Buchter. Das deutsche Fachblatt «AutoBild» hat Mindset eine grosse Story gewidmet. Titel: «Sehen Sportwagen in Zukunft so aus?» Der Mindest musste sich im Test gegen den Porsche 911 Turbo behaupten. Fazit: «Die beiden haben mehr gemeinsam als erwartet.»
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